Integrative Zahnheilkunde

Herddiagnostik und Herdtherapie:

"Den toten Winkel ausleuchten"

Von Norbert Guggenbichler

Bitte beachten Sie:
Bei den hier vorgestellten Behandlungsmethoden handelt es sich um Verfahren der alternativen Medizin, die wissenschaftlich noch nicht anerkannt sind. Alle Angaben über Eigenschaften, Wirkungen und Indikationen beruhen auf den Erkenntnissen und Erfahrungen innerhalb der Therapiemethode selbst. Wenn ein Organ entzündliche oder degenerative Formveränderungen aufweist, hat es bereits viele Krankheitsvorstufen durchschritten.

Zum Krankheitsbild der chronischen Ostitis nach G. V. Black bzw. der NIKO nach J. Bouquot:

Die universitäre Zahnmedizin kennt zwar an sich das Phänomen einer chronischen Entzündung im Kieferbereich. Da ihr jedoch keine "wissenschaftlich akzeptierten" Diagnosemethoden zur Verfügung stehen, wird das Problem als faktisch unerheblich und statistisch irrelevant betrachtet.
 
Zahnärzte, die sich mit der Diagnostik und Therapie der chronischen Ostitis befassen, werden von vielen Schulmedizinern belächelt und als Phantasten betrachtet, teilweise mit noch ehrenrührigeren Bezeichnungen betitelt. Merkwürdig, zu welchen Auswüchsen die Weigerung führt, das in Jahrzehnten international gesammelte Wissen über das Phänomen der chronischen Kieferostitis zur Kenntnis zu nehmen.

Schulmedizinische Diagnosemethoden wie Ultraschall und Röntgen stellen nur das Endstadium der Krankheit fest. Die Vorstufen sind oft nur mit naturheilkundlichen Methoden bzw. energetischen Testverfahren feststellbar:

    • schlechte energetische Versorgung eines Organs
    • unzureichende Durchblutung und zu wenig Entgiftung und Minderernährung
    • funktionelle Fehlbeanspruchung und andere mehr.

 Gegen die Begriffsverwirrung: Was ist das Wesen einer Herderkrankung, was ist Gesundheit, was ist Krankheit?

Wenn lebendes Gewebe abgestorben ist, ist es nekrotisch, d. h. tot. Da wir  üblicherweise nicht verschiedene Grade an Lebendigkeit unterscheiden, haben wir gedankliche Schwierigkeiten nachzuvollziehen, dass Gewebe absterben kann, ohne direkt Beschwerden zu machen.

Nur beim Herzinfarkt ist es uns ganz deutlich: Wenn wegen Mangeldurchblutung, wegen Verschluss von Gefäßen, ein genügend großer Anteil des Herzmuskels nicht mehr mit Sauerstoff versorgt wird, treten Schmerzen auf. Diese sind meist mehr oder weniger stark ausgeprägt, jedoch ist es auch möglich, dass ein Herzinfarkt "stumm" verläuft, keine Beschwerden macht.

Funktionelle Störfelder bzw. funktionelle Herde

Genau solches kann auftreten, wenn eine Mangeldurchblutung des Kieferknochens zum Absterben von Knochengewebe oder Zahnmarkgewebe führt: Ein Infarkt der Gefäße, wie beim Schlaganfall, der Beinvenenthrombose oder Herzinfarkt macht in der Regel erst Beschwerden, wenn der Körper keine Möglichkeit hat, das Blut  über andere Gefäße umzuleiten. Wenn der Infarktbereich zu klein ist, gibt es nur z. B. Krampfadern zu sehen. Das bedeutet: Erst wenn die Organfunktion in einem Mindestmaß gestört ist, kommt es zur akuten Krankheit. Vorher ist nur ein chronischer Krankheitszustand vorhanden, den wir wegen der Beschwerdefreiheit mit Gesundheit verwechseln.

Ich halte den Begriff "funktionelles Störfeld bzw. funktioneller Herd" besser geeignet, um zum einen deutlich zu machen, dass die chronische Krankheit dekompensiert ist und zweitens, dass die Erkrankung mehrere Dimensionen hat. Die gestörte Funktion ist das übergeordnete Element, das im Krankheitsfall als "krank" empfunden wird.

Materielle, energetische, seelische und geistige Störfelder

Im üblichen Sinn empfindet ein Patient sich auch erst dann als krank, wenn funktionelle Einschränkungen vorhanden sind. Verständnisschwierigkeiten sind die Regel, wenn stumme, d. h. kompensierte chronische Störfelder vom Therapeuten als behandlungsbedürftig eingestuft werden.

Es sollte auch vermieden werden, quasi selbstverständlich von einer materiell-strukturellen Abweichung auszugehen. Der nichtstoffliche Anteil einer Krankheit ist in der Regel deswegen nicht fassbar, weil er dem Unbewussten des Patienten (und Therapeuten) entspricht. Es ist wenig sinnvoll, materielle, feinenergetische, seelische und geistige Störfelder und Herdbelastungen getrennt voneinander zu betrachten und therapieren zu wollen. Die Analyse hat aber eher wissenschafts-theoretische Relevanz.

Grundsätzlich entfaltet sich die Fernwirkung eines materiellen Herdes erst nach einem zusätzlich erfolgenden Belastungsfaktor (Zweitschlag nach Speransky). Erst die dadurch herabgesetzte Fähigkeit des Individuums, das Herdgeschehen auf die lokale Ebene zu begrenzen, lässt die Fernwirkung des Herdes manifest werden. Mit diesem Konzept ist auch verständlich, dass Ursache und Krankheitsbild bei einer funktionellen Störung oft sehr unterschiedlich sein können.

Nach Antonowsky ist der Grad der „susceptibility“, d. h. inwiefern Widerstandsressorcen vorhanden sind, entscheidend dafür, ob jemand gesund bleibt oder nicht. Dies gilt auch für den Patienten, der eine chronische Herderkrankung, z. B. im Kieferbereich hat. Jedes funktionell-materielle Störfeld hat implizit (fein-)energetische, seelische und geistige Dimensionen, die nur mangels Bewusstsein und Bereitwilligkeit zur Auseinandersetzung seitens des Patienten und auch des Therapeuten nicht angegangen werden.

Krankheit als Schicksalsschlag?

Man könnte auch sagen, Störfelder bzw. Herde hindern den Patienten potentiell daran, sich im Sinne Antonowskys „adäquat zu verhalten“ bzw. sie beeinflussen die „Widerstandskräfte“, führen zu einer erhöhten persönlichen Verletzbarkeit, die sich zur Funktionsstörung und zum Strukturschaden weiterentwickeln kann.

Nur dieses Verständnis gibt der Krankheit als solcher einen existenziellen und biographischen Sinn. Ansonsten kann man nur von einem unverstandenen „Schicksalsschlag“ ausgehen, von einer unliebsamen Beeinträchtigung eines nicht artikulierten Sinnzusammenhangs sprechen oder aber Krankheit mit dem Bösen der Welt apostrophieren, das man nach gängiger Meinung in Kauf nehmen müsse, ohne dafür verantwortlich zu sein oder wirklich etwas dagegen unternehmen zu können.

Eine reine geistige oder seelische Fehlhaltung wäre in gleicher Weise ohne Sinn, wenn nicht äußere oder innere Umstände diese Fehlhaltung darstellten und als Botschaft deutlich werden ließen und sowohl individuelle als auch kollektive Lernprozesse im Sinne einer Entelechie oder eines Fortschrittes irdischer oder auch metaphysischer Entwicklungen stattfänden.

Siehe auch:

Wurzelkanalbehandlung
Kieferostitis

Autor:

Dr. med. dent. Norbert Guggenbichler

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