Integrative Zahnheilkunde

Epigenetik

Von Kurt. E. Müller, erschienen in umwelt-medizin-gesellschaft 2009, 22(4): 305–311.

Herrn Prof. Dr. Dr. h.c. Günter Dörner zum 80. Geburtstag gewidmet

Mit seinen epidemiologischen, experimentellen und klinischen Forschungen über die Wirkung von Hormonen, Neurotransmittern, Zytokinen und von Umwelteinflüssen in der prä- und frühen postnatalen Zeit und der Beschreibung ihrer epigenetischen Effekte, die er als funktionelle Teratologie bezeichnete, ist Dörner in einer Reihe mit berühmten Wissenschaftlern der Medizingeschichte wie Lamarck, Meckel, Haeckel, Mendel, Johanssen, Watson und Crick zu nennen. Er schlägt die Brücke von einer zuvor eher statischen Zustandbeschreibung zu den funktionellen, durch Umwelteinflüsse dauerhaft veränderbaren Regelkreisen des Neuroendokrinoimmunsystems (NEIS).

Ihm gelang es nachzuweisen, dass während kritischer Entwicklungsphasen auftretende abweichende Konzentrationen von Hormonen, Neurotransmittern und Zytokinen als funktionelle Teratogene wirken und wie Umweltgifte auch zu Fehlfunktionen des Gehirns sowie zu Störungen des endokrinen Systems und der Immunfunktion führen können. Hormone, Neurotransmitter und Zytokine bezeichnete er zusammenfassend als „Ontogene“. Diese Mechanismen sind auch in der Lage die Entwicklung des Geschlechts, der Geschlechtsidentität und der Sexualität zu beeinflussen. Dörner tritt bis heute für die daraus ableitbaren medizinischen, soziologischen und gesellschaftspolitischen Konsequenzen ein und schlägt einen Handlungskatalog zehn wichtiger Schritte der Neuroendokrinoimmunprophylaxe vor, wie er es selbst nannte.

Die grundlegenden Erkenntnisse Dörners wurden in der klinisch praktischen Umweltmedizin aufgegriffen und werden um neue Gesichtspunkte funktioneller Modulationen durch die chronische Einwirkung von Xenobiotika auf das NEIS bereits entwickelter und ausgereifter Menschen ergänzt. Diese Modulationen sind mit großer Wahrscheinlichkeit korrigierender Therapie zugänglich. Die aus diesem verbesserten pathophysiologischen Verständnis gewonnenen Erkenntnisse eröffnen weitere Möglichkeiten der Primärprävention.

Einleitung

Die ersten Theorien zur umwelt- und genabhängigen Hologenese tauchten bereits zu Beginn des 19. Jahrhunderts auf. Lamarck entwickelte die Theorie der Vererbung erworbener Eigenschaften und veröffentlichte sie 1802 (1). Danach führt der durch Umwelteinflüsse bedingte, veränderte Gebrauch von Organen zu materno-fetalen Transmissionen von dauerhaften Modifikationen der Funktion (Lamarckismus). Der französische Zoologe Saint-Hilaire begründete zusammen mit dem deutschen Anatom Meckel von Helmsbach die Teratologie. Saint-Hilaire untersuchte als Erster, welche Umwelteinflüsse Fehlbildungen in der Keimentwicklung von Wirbeltieren auslösten (2). Meckel erkannte sie bei menschlichen Embryos (3).

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts beschrieb Darwin die Evolution durch natürliche Selektion (4, 5). Haeckel formulierte 1866 erstmals den Begriff Ökologie (6): „Unter Oecologie verstehen wir die gesamte Wissenschaft von den Beziehungen des Organismus zur umgebenden Außenwelt, wohin wir im weiteren Sinne alle ´Existenz- Bedingungen´ rechnen können. Diese sind teils organischer, teils anorganischer Natur.“ Mendel entdeckte und publizierte die Vererbungsregeln 1865 und 1869. Er begründete damit das Gebiet der Genetik (7). Seine Ergebnisse blieben lange unbeachtet und wurden zu Beginn des 20. Jahrhunderts von de Vries, Correns und Tschermak von Seysenegg unabhängig voneinander wieder entdeckt (8). De Vries und Mitarbeiter bestätigten die Mendel´schen Vererbungsregeln und führten den Begriff der Mutation ein.

Der dänische Genetiker Johannsen prägte 1909 den Begriff „Genotyp“ (9). Spemann erforschte zusammen mit Hilde Mangold den Organisator-Effekt der embryonalen Morphogenese (10). Sie hatten durch Transplantationsexperimente nachweisen können, dass sich ein Gewebe ortsspezifisch und nicht der Herkunftsstelle im Spenderorganismus entsprechend entwickelt. Spemann wurde 1935 dafür mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Schon als junge Forscher erkannten Watson und Crick 1953 die Struktur der Doppelhelix von Genen (11) und waren damit die Begründer der „strukturellen Genomforschung“, die schließlich zur Aufschlüsselung des menschlichen Genoms führte. Auch sie wurden zusammen mit dem Röntgenkristallographen Wilkins 1962 mit dem Nobelpreis ausgezeichnet.

Im letzten Drittel des vergangenen Jahrhunderts entwickelten Dörner und Mitarbeiter Erkenntnisse der „funktionellen Teratologie“ (12, 13), die die Wissenschaft prä- und frühpostnatal erworbener Entwicklungsstörungen darstellen und durch das Konzept einer „neuroendokrinen Immunprophylaxe“ für die Primärprävention ergänzt wurde (14). Mit Dörner fand der Übergang von der strukturellen zur funktionellen Genomforschung statt.

Neuroendokrinoimmunsystem

Die Vorstellung, dass es sich bei Nervensystem, endokrinem System und Immunsystem um getrennte, unabhängig operierende funktionelle Regelkreissysteme handelt, musste korrigiert werden. Sie stellen Teilsysteme des Neuroendokrinoimmunsystems (NEIS) dar, das durch die interzellulären Botenstoffe der Neurotransmitter, Hormone und Zytokine, sowohl bei physiologischen als auch bei pathophysiologischen Prozessen kooperiert und kommuniziert (14, 15). Die zentrale Regelung dieses Systems erfolgt durch das Gehirn. Die physiologische Funktionsweise des Systems ist durch genetische Determinanten konditioniert (15, 16, 17, 18, 19, 20).

Dörner und Mitarbeitern kommt der große Verdienst zu, erkannt zu haben, dass Hormone, Neurotransmitter und Zytokine auch epigenetische Organisatoren des NEIS darstellen, und somit sowohl Mediatoren zwischen Umwelt und Genom als auch „Ontogene“ (21) sind, die irreversibel die Expression spezifischer Gene beeinflussen können. Sie können somit als „Teratogene“ wirken, die fundamentale Lebensprozesse wie Reproduktion, Sexualität, Stoffwechsel, Informationsaustausch, benignes und malignes Wachstum und Immunreaktivität verändern können. Dörner prägte hierfür den Begriff „funktionelle Teratologie“. Von großer Wichtigkeit ist, dass die umweltabhängig organisierenden Wirkungen der Ontogene über einige Generationen irreversibel sind und somatische und funktionelle Störungen generationsübergreifend die Folge sind (13).

Ontogene und Gehirnfunktion

Dörner stellte fest, dass das Gehirn als zentralnervöser Regler des NEIS selbst ontogenetischen Einflüssen unterliegt und die Funktionsweise dieses Regelsystems während der kritischen Phase der Entwicklung für das spätere Leben festgelegt werden. Er formulierte deshalb 1973 und 1974 die beiden entscheidenden Regeln ontogenetischer Organisation (17, 18, 22, 23, 24, 25):

1. Transformationsregel

Offene, regulatorische Systeme wie Plazenta, fötale Gonaden und fötaler Hypothalamus werden während der kritischen hypothalamischen Differenzierungs- und Organisationsphase in ein Feedback-Kontrollsystem umgewandelt (z. B. Hypothalamus-, Hypophysen-, Gonadensystem). Die regulierenden Variablen dieses
primär offenen Feedback-Systems (z.B. Geschlechtshormone, Hypothalamus) werden zu homöostatischen Variablen, bzw. zum zentralnervösen Kontrollapparat des sekundären Feedback-Kontrollsystems umgewandelt (26, 27).

2. Determinationsregel

Die Qualität des zentralnervösen Kontrollapparates während der späteren postnatalen Funktionsphase wird durch die Quantität der primär regulierenden Variablen (z. B. Geschlechtshormone) während der kritischen Organisationsphase determiniert. Damit werden die Referenzwerte des zentralnervösen Kontrollapparates und somit die Funktions- und Toleranzbereiche des gesamten neuroendokrinen Systems weitgehend irreversibel festgelegt (28, 29). Einen sexuellen Dimorphismus des Gehirns, der vom pränatalen Testosteronspiegel abhängig ist, wiesen Dörner und Staudt bereits 1968 nach (30). Durch neonatale Kastration der Männchen bzw. Androgengaben bei Weibchen konnten diese geschlechtsspezifischen Gehirnstrukturen umgekehrt werden (31). Damit konnte eindrucksvoll bei Säugetieren, später auch beim Menschen, nachgewiesen werden, dass Keimdrüsenhormone perinatal geschlechtsspezifische Funktionen und Strukturen des Gehirns differenzieren.

Weiterhin konnte Dörner experimentell zeigen, dass Rattenmännchen, die am 1. Lebenstag kastriert wurden und im Erwachsenenalter mit Östrogenen und Androgenen behandelt wurden, eine verweiblichte sexuelle Orientierung entwickelten (31, 32, 33, 34). Entsprechend zeigten Rattenweibchen eine Vermännlichung ihrer sexuellen Orientierung, wenn sie pränatal und postpuberal androgenisiert wurden (34). Männchen entwickelten Hypersexualität (35). Die zu dieser Problematik über viele Jahre durchgeführten Experimente und Untersuchungen führten dazu, dass dies als klassisches Modell für hormon-, neurotransmitter- und zytokinabhängige Organisationsprozesse des NEIS angesehen werden konnte.

Hormone und sexuelle Gehirndifferenzierung

Schließlich wurden fünf Entwicklungsstufen der sexuellen Differenzierung des Menschen unterschieden (25, 26, 27, 28, 36, 37, 38, 39, 40, 41, 42):

1. Das genetische oder gonosomale Geschlecht wird durch die Anwesenheit eines X- oder Y-Chromosoms im befruchtendem Spermium bestimmt.

2. Das gonodale Geschlecht wird dann unter dem Einfluss geschlechtsdeterminierender Gene differenziert.

3. Das somatische oder genitale Geschlecht wird durch die Kontrolle des Anti-Müller-Hormons (AMH) und der Androgene organisiert. (AMH gehört in die Familie der Transforming growth factors. Sein Fehlen beim weiblichen Feten ist Voraussetzung der Entwicklung von Scheidengewölbe, Gebärmutter und Eileitern.)
a. Während des 2. und 3. Monats werden die inneren Genitalien durch AMH und Testosteron organisiert.
b. Während des 3. und 4. Pränatalmonats werden die äußeren Genitalien durch 5-alpha-Dehydrotestosteron organisiert. Deshalb sind deutliche Dissoziationen zwischen der hormonabhängigen homo- oder heterotypischen Organisation von innerem und äußerem Genitale möglich und bekannt.

4. Das neuronale Geschlecht, d. h. die typisch weibliche, zyklische oder typisch männliche, azyklinische Gonadotropin-Sekretion, die sexuelle Orientierung und das Geschlechtsrollenverhalten werden durch Sexualhormone und Neurotransmitter organisiert.
Die kritische Organisationsperiode für die Sexual-, Erotisierungs- und Geschlechtsrollenzentren des Gehirns sind nicht völlig identisch, sondern überschneiden sich. Darüber hinaus scheinen verschiedene Sexualhormone – zumindest teilweise – für die Organisation der geschlechtsspezifischen Gonadotropinsekretion, der sexuellen Orientierung und des Geschlechtsrollenverhaltens verantwortlich zu sein:
a. Die Sexualzentren, die eine typische weibliche oder männliche Gonadotropinsekretion regeln, werden nur durch Östrogene organisiert, die hauptsächlich im Gehirn aus Adrogenen umgewandelt werden.
b. Die Erotisierungszentren, die die sexuelle Orientierung kontrollieren, werden durch Östrogene und Androgene organisiert.
c. Geschlechtsrollenzentren, die typisch weibliches oder männliches Geschlechtsrollenverhalten regeln, werden durch Androgene organisiert. Demzufolge sind nicht nur die absoluten Sexualhormonspiegel, sondern auch das Verhältnis von Androgenen zu Östrogenen für eine spezifische sexuelle Gehirndifferenzierung verantwortlich. Daraus resultiert, dass mehrere Kombinationen und Dissoziationen zwischen der Sexualhormon abhängigen Gonadotropinsekretion, der sexuellen Orientierung und dem Geschlechtsrollenverhalten möglich sind.

5. Die letzte Stufe der sexuellen Differenzierung des Menschen wird durch die Festlegung der geschlechtlichen Identität geprägt. Diese hängt von der durch Sexualhormone kontrollierten Differenzierung des somatischen psychischen Geschlechts im Pränatalleben und von psychosozialen Einflüssen im Postnatalleben ab.
Alle Differenzierungs-, Reifungs- und Aktivierungsprozesse des Gehirns werden, zumindest teilweise, durch Neurotransmitter und Neuromodulatoren vermittelt. Die Tatsache des Einflusses pränataler Sexualhormonspiegel und postnataler psychosozialer Lernprozesse für die sexuelle Gehirndifferenzierung, sexuelle Orientierung und das Geschlechtsrollenverhalten sowie die Geschlechtsidentität wird von Dörner nicht als Widerspruch, sondern als sich ergänzende Faktoren zweier möglicher Determinaten für die Differenzierung der Gehirnfunktion gesehen. Letztendlich werden beide Prozesse durch Muster der Neurotransmitter des Gehirns vermittelt (43, 44, 45, 46, 47).

Experimentell konnte gezeigt werden, dass selbst kleine Östrogendosen bei Rattenweibchen zu einem polycystischem Ovar (PCO)-ähnlichen Syndrom führten, wenn sie während einer kritischen oder frühen postnatalen Periode der Gehirnentwicklung gegeben wurden. Um vergleichbar die Gonadenentwicklung männlicher Ratten zu stören, waren wesentlich höhere Dosen erforderlich (48). Der Zusammenhang der Entwicklung von PCO-Syndromen bei Frauen, die gegenüber dem Xenoöstrogen Dichlordiphenyltrichlorethan (DDT) exponiert waren, wurde durch Vergleich von Autopsie-Protokollen der Institute für Gerichtsmedizin und Pathologie der Humboldt- Universität in Berlin nachgewiesen (21). Frauen, die ab 1955 geboren wurden, hatten eine vierfach höhere Prävalenz polyzystischer Ovarien, als Frauen, die vor diesem Zeitpunkt geboren waren. Andere Untersucher bestätigten später diese Befunde. Durch Kastration am ersten Lebenstag und Androgensubstitution im Erwachsenenalter wurde ein „experimentelles Modell für männliche Homosexualität geschaffen“ (34, 43). Die so behandelten männlichen Ratten wiesen gegenüber Männchen signifikant häufiger sexuelle Reaktionen auf, als gegenüber Weibchen.

Das weibliche Erotisierungszentrum wird während der frühen postnatalen Phase durch das Androgendefizit organisiert. Daraus resultierend wird bei solchen genetischen Männchen durch einen normalen Androgenspiegel im Erwachsenenalter überwiegend typisch weibliches, vorwiegend heterotypisches oder homosexuelles Verhalten aktiviert. Bei weiblichen Ratten konnte durch einen Überschuss von Androgenen oder auch Östrogenen während der kritischen Entwicklungsperiode des Gehirns eine neuroendokrin bedingte Veranlagung für weibliche Homosexualität erzeugt werden (49, 50, 51, 52). Die Annahme, dass primäre Hypo-, Bi- oder Homosexualität, die durch Androgenmangel bei männlichen Tieren, bzw. Androgenüberschuss bei weiblichen Tieren während der perinatalen und geschlechtsspezifischen Gehirndifferenzierung erzeugt wurden, der primären Hypo-, Bi- oder Homosexualität des Menschen entsprechen, wurde durch weitere Befunde gestützt:

1. Im Gegensatz zu heterosexuellen Männern konnte bei homosexuellen Männern ein positiver Feedbackeffekt des Östrogens auf die LH-Sekretion nachgewiesen werden, wie es bei vorwiegend weiblich differenzierten Gehirnen gesehen wird (44). Diese Befunde wurden von anderen Forschern in den nachfolgenden Jahren bestätigt.

 2. Eine Maskulinisierung der Gonadotropin-Sekretion, der sexuellen Orientierung und des Geschlechtsrollenverhaltens wurde bei unbehandelten Frauen mit kongenitaler, adrenaler Hypoplasie beschrieben, die prä- und postnatal adrenalen Androgenspiegeln ausgesetzt waren (35, 53).

 3. Eine partielle Maskulinisierung wurde bei weiblichen Nachkommen von Müttern beschrieben, die während der Schwangerschaft mit hohen Dosen des synthetischen Östrogens Diethylstilböstrol behandelt worden waren (54).

Neurotransmitter und Gehirnentwicklung

Änderungen des Sexualverhaltens konnten nicht nur durch Variationen der Sexualhormonspiegel sondern auch durch psychotrope, den Neurotransmitterstoffwechsel beeinflussende Psychopharmaka verursacht werden. Auch konnte nachgewiesen werden, dass pränatale psychosomatische Einflüsse in der Lage sind, den Spiegel von Hormonen und/oder Neutrotransmittern zu verändern und somit als mögliche äthiogenetische Faktoren bei der Entwicklung von Sexualvariationen angesehen werden können. Auch pränataler Stress stellt einen äthiogenetischen Faktor für sexuelle Variationen im späteren Leben dar (55,56). Thyrosin kompensiert die reduzierte Kopulationsbereitschaft bei männlichen Ratten (57). Monoamine beeinflussen den Eintritt der Pubertät bei weiblichen Ratten (58).

Jüngste eigene, bislang nicht publizierte Ergebnisse deuten daraufhin, dass homound heterozygote genetische Polymorphismen der Catechol-0-Methyltransferase (COMT), die mit einer verlangsamten Katabolisierung der Katecholamine einhergehen, dabei eine besondere Bedeutung haben können. Durch ihre Minderleistung ist der Östrogenstoffwechsel verändert. Davon betroffene Frauen hatten in der Regel die Menarche erst nach dem vierzehnten Lebensjahr. Außerdem entstehen verstärkt Katechol-Östrogene, die ihrerseits die Stressreaktion der Katecholamine verstärken (59).

Erste eigene Hinweise deuten darüber hinaus daraufhin, dass ein Polymorphismus der UDP-Glukuronosyltransferase 1A1 (UGT 1A1, Morbus Gilbert-Arias-Meulengracht) einen zusätzlich verstärkenden Effekt hat. Die von Dörner (19, 60) beschriebenen permanenten Veränderungen der Emotionalität, der exploratorischen Aktivität, des Lernverhaltens und der Gedächtniskapazität bei Veränderungen der Neurotransmitterkonzentrationen wurden in den eigenen Untersuchungen an Menschen in vergleichbarer Weise vorgefunden. Bei Tieren, wurden zudem morphologische und biochemische Veränderungen in spezifischen Gehirnregionen nachgewiesen (61).

Zytokine und Gehirnentwicklung

Es konnte gezeigt werden, dass prä- oder neonatale Zufuhr des Zytokins Interleukin-1-beta oder von Lipopolysacchariden, die in der Lage sind, endogene Interleukin-Produktionen bei Infektionen zu stimulieren, zu persistierenden Veränderungen von Neurotransmitter-Konzentrationen, des Lernverhaltens, der lokomotorischen Aktivität, der Relation der CD4+/CD8+ Lymphozyten und des Sexualverhaltens führten. Die Stressreaktion wurde bei Ratten vermindert gefunden. In der morphologischen Untersuchung von Gehirnen konnte sie in der Region des Gyrus parahypocampalis zeigen, dass Neuronenveränderungen und atypische Gliazellmuster vorlagen (21, 56, 62).

 Neueste Untersuchungen präzisieren diese Ergebnisse weiterhin. So wird bei hoher Katecholaminaktivität Tumornekrosefaktoralpha, Interleukin-2 und Interferon-gamma und somit die TH1 Aktivität gesenkt, während es zu einer Erhöhung der TH2 Aktivität mit verstärkter Ausschüttung von Interleukin 6 und Interleukin 10 kommt. Die erhöhte Expression von Interleukin 10 und die daraus resultierende erhöhte Infektanfälligkeit und höhere Wahrscheinlichkeit der Chronifizierung von Infekten wird bei Personen mit genetisch geminderter Enzymaktivität von COMT angetroffen (eigene, noch nicht veröffentlichte Daten). Auch die traumatische Schädigung der Hirnstammregion führt zeitversetzt zu einer Steigerung der Expression dieses Zytokins mit gleichen Folgen (59).

Diabetes- und Adipositasdisposition infolge perinatalem Hyperinsulismus

Bei ca. 10 % der Schwangeren der Industrienationen liegt eine Störung der Glukosetoleranz vor, die bei den Nachkommen zu einem fötalen oder neonatalen Hyperinsulismus führt. Insulin ist unter anderem ein wichtiger zentralnervöser Wachstumsfaktor und Neuromodulator, der der zentralnervösen Regulation insbesondere durch den Hypothalamus unterliegt. Bereits in den 1970iger Jahren hatten Dörner und Mitarbeiter die Hypothese aufgestellt, dass Insulin in unphysiologisch hohen Konzentrationen als Teratogen auf die Ontogenese spezifischer Hypothalamus-Regionen wirken könne, die lebenslang für die Regulation von Stoffwechsel und Körpergewicht verantwortlich sind (63, 64). Somit wären intrauterine oder früh postnatal auftretende hyperglykämische Zustände, insbesondere in Form eines mütterlichen Gestationsdiabetes oder früh postnataler Überernährung, die einen fetalen oder neonatalen Hyperinsulismus fördern, mögliche Risikofaktoren für eine erhöhte Disposition zu Diabetes und/oder Adipositas (65, 66).

 Diese Annahme wurde in der Zusammenarbeit mit Plagemann durch folgende Befunde erhärtet: Kinder von Müttern mit Schwangerschaftsglukosurie und gestörter Glukosetoleranz, bzw. manifestem Diabetes mellitus, hatten signifikant gehäuft eine Hyperinsulinämie, eine gestörte Glukosetoleranz sowie eine Verminderung der durch Glukose stimulierten Insulinsekretion. Menschen, die in kalorienarmen Kriegs- und Nachkriegsjahren geboren wurden, entwickelten später signifikant seltener Adipositas oder einen Diabetes mellitus. An über 4000 Diabetikern konnte gezeigt werden, dass bei nicht Insulin abhängigem Typ-II-Diabetes die Erkrankung hochsignifikant häufiger über die mütterliche, als über die väterliche Seite übertragen wurde. Bei neonatal hyperinsulinämischen Nachkommen diabetischer Mütter traten juveniler oder adulter nicht in Insulin abhängiger Diabetes mellitus signifikant häufiger auf (67, 68, 69, 70).

Konsequenzen für die Präventivmedizin

Die Bedeutung der vielfältigen Möglichkeiten der Teratogenese chronischer funktioneller Krankheiten des NEIS für die Präventionsmedizin können nur fragmentarisch an einigen Beispielen dargestellt werden. So konnte einer Virilisierung menschlicher weiblicher Föten mit kongenitaler adrenaler Hyperplasie durch prä- und frühpostnatale Zufuhr von Kortisol verhindert werden. Bei Patienten mit maligner Phenylketonurie konnten schwere geistige Defekte durch postnatale Zufuhr von L-Dopa für die Katecholamin- Achse sowie 5-alpha Hydroxytrytophan für Serotonin verhindert werden. Die zuvor dargestellten Zusammenhänge hinsichtlich der Entwicklung von Diabetes mellitus und Adipositas konnte Dörner in ein Präventionsprogramm ab 1973 einbringen, in dem systematisch ein Screening für Gestationsdiabetes erfolgte und Hyperglykämien bei Schwangeren bzw. einer Hyperinsulinämie bei Föten und Neugeborenen in Ostberlin vorgebeugt wurde. Die Diabetesprävalenz ging hierdurch auf ein Drittel zurück (71).

Neuroendokrinoimmunprophylaxe

Aufgrund seiner umfangreichen Forschungsergebnisse, die er in Zusammenarbeit mit seinen Mitarbeitern erzielt und publiziert hatte, stellte Dörner zunächst Forderungen für eine „neuroendokrine Prophylaxe“, später für ein zehn Punkte Programmeiner „Neuroendokrinoimmunprophylaxe“ auf, die folgende Positionen enthalten (71):

1. Optimierung der Jodprophylaxe

2. Verbesserung der Erfassung und fachgerechten Behandlung von Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes

3. Verhinderung von Sauerstoffmangel bei Feten und Neugeborenen

4. Vermeidung von Stresssituationen bei Schwangeren, Neugeborenen und Kleinkindern

5. Optimierung der Behandlung von Gestosen; Verhinderung von Infektionen – insbesondere durch Optimierung der Impfprophylaxe – und Prävention von Hypovitaminosen

6. Vermeidung prä- und früh postnataler Über- und Unterernährungen sowie qualitativer Fehlernährung, Verstärkung der Stillpropaganda

7. Verhinderung von Strahleneinflüssen bei Schwangeren, Embryos, Feten und Kleinkindern; vor allem aber weltweites Verbot des Einsatzes von Umweltchemikalien mit funktionsteratogenen Wirkungen sowie systematische Testung derartiger Substanzen vor ihrem Einsatz auf funktionsteratogene Wirkung im Experiment

8. Strikte Vermeidung von Alkohol, Nikotin, Drogen und potentiell funktionsteratogenetisch wirksamer Medikamente in der Schwangerschaft und Stillzeit

9. Verhinderung psychosozialer Deprivation bei Neugeborenen, Säuglingen und Kleinkindern sowie

10. Verbesserung der neuroendokrinologischen und genetischen Diagnostik von angeborenen Stoffwechselstörungen und rechtzeitiger Korrektur primär genetisch bedingter anomaler Konzentrationen von Hormonen, Neurotransmittern und Zytokinen; z. B. bei angeborenen Nebennierenrindenhypoplasien, Schilddrüsenunterfunktionen und Phenylketonurie.

Bedeutung für die Umweltmedizin

Die in der modernen umweltmedizinischen Literatur formulierten Multisystemerkrankungen sind klinische Beispiele funktioneller Störungen von (NEIS). Die Forschungsergebnisse und das von Dörner erkannte pathogenetische Konzept sind für das Verständnis von Umweltkrankheiten unerlässlich. In Verbindung mit jüngeren Publikationen umweltmedizinischer Untersuchungen können drei Stufen der Krankheitsentwicklung erkannt werden.

Stufe 1: Individuelle genetische Variationen (Genotyp) der Funktion des NEIS, die nicht zwingend zur Krankheit führen müssen, wenn die daraus resultierenden funktionellen Leistungsvariationen im Lebensverlauf nicht einer besonderen Beanspruchung unterliegen.

Stufe 2: Einwirkung funktioneller neuroendokrinoimmunogener Teratogene mit epigenetischem Effekt in der prä- und frühen postnatalen Phase, die bereits mit großer Wahrscheinlichkeit krankheitsrelevante Folgen für das Individuum sowie generationsübergreifend für die Nachkommen haben können.

Stufe 3: Funktionell dysregulierende Teratogene, ohne epigenetischen Effekt, infolge chronischer Einwirkung und chronischer Modulation und Deregulation von NEIS. Sie sind in der Lage, die physiologische funktionelle Variabilität weiter einzuschränken und monotone Reaktionen des NEIS zu begünstigen (72).

Grundsätzlich ist festzustellen, dass es durch diese Schritte der Eskalation zur chronischen Krankheit hin zu einer Einschränkung der physiologischen Vielfalt der funktionellen Regelkreise des Organismus kommt und monotone Reaktionen resultieren. Der Verlust dieser Vielfalt bedingt bei den umweltmedizinischen Erkrankungen letztendlich, dass unterschiedliche Einwirkungen diese monotonen und unspezifischen Antworten des NEIS auslösen und die Dominanz pathogener Reaktionen chronifizieren (72). Die ursprüngliche Spezifität der Reaktionen geht verloren, so dass gleiche individuell verschiedene Reaktionsmuster für ganz unterschiedliche Einwirkungen resultieren, wie es bei denen zu den Multisystemerkrankungen (MSI) gezählten Krankheiten Multiple Chemikaliensensitivität (MCS), Sick Building Syndrome (SBS) Chronisches Erschöpfungssyndrom (CFS), Fibromyalgie-Syndrom (FMS) und Posttraumatic Stress Disorder (PTDS) der Fall ist. Es gibt Hinweise, dass auch für die Entwicklung chronischer Schmerzerkrankungen vergleichbare Mechanismen eine Rolle spielen.

Es wäre allerdings verkehrt, anzunehmen, dass diese Erkenntnisse nur für den Bereich der Umweltmedizin relevant sind. Sie besitzen ebenso große Bedeutung für die Entwicklung chronischer neurologischer und neurodegenerativer Krankheiten, chronischer metabolischer Störungen, Erkrankungen des kardiovaskulären Systems, chronischer Dermatosen u. a. m. Insofern kann davon ausgegangen werden, dass das von Dörner vorgestellte Konzept in Zukunft das pathogentische Verständnis vieler chronischer Krankheiten unterschiedlicher medizinischer Disziplinen prägen wird, für ein modernes Verständnis chronischer Krankheiten unverzichtbar ist und auf lange Sicht auch unverzichtbar bleiben wird.

Autor:

Dr. med. Kurt E. Müller

Dermatologie - Berufsdermatologie - Umweltmedizin

Leutenhofen 19
87448 Waltenhofen

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