Integrative Zahnheilkunde

Zahnheilkunde (ZHK) und Traditionell Chinesische Medizin (TCM)

Von Bernhard Schrumpf

Zur Traditionell Chinesische Medizin (TCM) gehören die Akupunktur, die chinesische Arzneitherapie, die Tuinatherapie, medizinisches Qi Gong und die chinesische Diätetik (vgl. Focks, Hillenbrand 1997).

Grundlage der Therapie ist die Erstellung einer spezifischen Syndromdiagnose auf der Basis von Befragung, Inspektion, Palpation, Auskultation und Olfaktion. Als theoretische Basis dienen die Lehre von Yin und Yang, den 5 Wandlungsphasen, den Substanzen, den Zang-Fu-Funktionskreisen, den Meridianen, und den pathologischen Faktoren (vgl. Wühr 1999). Eine solche Diagnose unterscheidet sich wesentlich von westlichen Krankheitsbezeichnungen.

Für folgende Krankheitsbilder in der Zahnheilkunde gibt es in der TCM entsprechende Syndromdiagnosen und damit Behandlungsmöglichkeiten (Wühr 2002):

o neurologische Veränderungen – Facialisparese, Trigeminusneuralgie, Störfelddiagnostik
o KG- Muskelstörungen
o Mundschleimhautveränderungen- Aphthen, Brennen, Trockenheit
o Parodontopathien

Da die Zunge als diagnostisches Medium naturgemäß im Blickpunkt des Zahnarztes liegt, wären Kenntnisse der Grundlagen von Zungenveränderungen (Kirschbaum 1998, 2002) eine wichtige Ressource im Sinne einer ganzheitlichen Diagnostik.

Die Akupunktur im Sinne der TCM als Körperakupunktur und chinesische Ohrakupunktur, wie auch in ihren Abwandlungen der Mikrosystemakupunktur (Gleditsch 2002) hat in der ZMK eine relativ breite Anwendung gefunden. Dies betrifft sowohl die therapeutische Indikation, als auch die aus der allgemeinen Meridiantheorie entwickelten Diagnosesysteme. Vor allem im Rahmen der Schmerztherapie haben sich Körper- und Somatotopakupunktur bewährt. Zu letzteren zählen Ohr (Angermeier 2001), Mund (Gleditsch 2002), YNSA (Yamamoto 2005), ECIWO (Brucker 1998), Su Jok (Finke 2000).

Die diagnostischen Systeme, die für den Zahnarzt v. a. auf dem Gebiet der Materialtestungen und der Herddiagnostik eine Rolle spielen (Mastalier 1991), sind:

  • die Auriculomedizin auf der Basis der RAC Pulstastung (Leib 1994, Strittmatter 1998)
  • die physikalischen Messverfahren, bei denen durch Messungen (Widerstand, Stromstärke) an Akupunkturpunkten Hinweise auf den energetischen Zustand des Körpers gewonnen werden können, die dann als Basis weitergehender diagnostischer Aussagen dienen.

Literatur:

Angermeier, M.
Leitfaden Ohrakupunktur
Urban u. Fischer München, Jena 2001

Brucker, K.
ECIWO-Akupunktur
Co med 9/98, 80–81

Finke, L.
Koreanische Handakupunktur
Hippokrates Stuttgart 2000

Gleditsch, J.M.
MAPS, Mikroakupunktsysteme
Hippokrates Stuttgart 1998

Heine, H. u.a.
Diagnostische Akupunkturtestverfahren
Intern. Ärzteges. f. BFD, Berlin 1998

Kirschbaum, B.
Atlas und Lehrbuch der chinesischen Zungendiagnostik
Bd. 1 1998
Bd. 2 2002
VGM Verlag f. Ganzheitliche Medizin, Kötzting

Leib, S.
Auriculomedizin
WBV Biolog.-Med. Verlagsges. Schorndorf 1994

Mastalier, O.
Reflextherapien in der Zahn-, Mund- Kieferheilkunde
Quintessenzverlag Berlin 1991

Schimmel, G.
Kurzes Lehrbuch der Vegatestmethode
Grieshaber Schiltach 1986

Strittmatter, B.
Das Störfeld in Diagnostik und Therapie
Hippokrates Stuttgart 1998

Voll, R.
Messbare Akupunktur, Diagnostik und Therapie für den Praktiker, Messungen am vegetativen Nervensystem
EHK 4 (1955) 178–185

Wühr, E.
Chinesische Syndromdiagnostik
VGM Kötzting 1999

Wühr, E.
Chinesische Syndromtherapie
VGM Kötzting 2002

Yamamoto, T.
Neue Schädelakupunktur YNSA
VGM Kötzting 2005

Autor:

Dr. Bernhard Schrumpf

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